Kita St. Michael
in Kreuzberg, Berlin
Kita St. Michael
in Kreuzberg, Berlin
Haben wir als Kita etwas gegen die Obdachlosen in direkter Nachbarschaft?
Ganz und gar nicht. Als Siefos 2003
plante, ein Heim für Obdachlose in Kreuzberg zu errichten, gab es
denkbar viel Proteste gegen diese Bestrebungen. Im Geiste der
christlichen Nächstenliebe hat die katholische Kirchengemeinde St.
Marien-Liebfrauen, die die Kita St. Michael betreibt, damals keinen
Widerstand geleistet - im Gegenteil: Die Kirchengemeinde sprach sich
sogar in den Debatten für eine Ansiedlung des Obdachlosen-heims
aus. Es entspricht unseren christlichen Überzeugungen, dass gerade
auch die Menschen, die weniger Glück haben im Leben als unsere
Kitakinder, nicht abgeschoben werden und sichtbarer Teil des Lebens in
Kreuzberg sind. Entsprechend hat die Kita auch gegen eine Erweiterung
des Siefos-Angebots nichts einzuwenden. Wir würden uns aber
wünschen, dass auch Siefos angesichts der unmittelbaren
Nachbarschaft den Bedürfnissen der Kitakinder entgegen kommt.
Welche Folgen hätte die Beschattung des Gartens für die Kitakinder?
In neun Monaten im Jahr läge der
Garten fast den ganzen Tag über im Schatten. Dies würde
gerade in den frischen Jahreszeiten wie Herbst, Frühling und
Winter bedeuten, dass die Kinder die Sonne weniger sehen und sich
deutlich wärmer anziehen müssten als bislang – ein
großer Verlust gerade für unsere Stadtkinder, die
naturgemäß weniger Zeit an der frischen Luft verbringen als
Kinder, die auf dem Land aufwachsen.
Hätte die Beschattung auch finanzielle Folgen?
Ja. Allem voran die Energiekosten
würden steigen: Mit Hilfe der Mittel aus dem Konjunkturprogramm II
und den Fördergeldern zum Ausbau von Krippenplätzen, aber
auch aus eigenen Mitteln wurde das Energiekonzept der Kita erst 2010
von Grund auf saniert – und auf den ökologisch modernsten
Stand gebracht. Insgesamt wurden rund 400 000 € öffentliche
Gelder aufgewendet. Geld, das von uns allen stammt und nun seine
Wirkung nicht mehr entfalten kann. Um die Energiekosten zu senken,
wurden unter anderem die Fenster der zum Hof gelegenen Kitaräume
so vergrößert, dass möglichst viel Sonnenlicht und
–wärme eingefangen werden kann. Gutachtern zufolge
würden die Kosten für Strom und Heizung entsprechend um 25
Prozent steigen, sollte der Siefos-Bau wirklich wie geplant gebaut
werden.
Gab es Gespräche mit Siefos, um eine für alle verträgliche Lösung zu finden?
Ja, diese sind jedoch bislang leider ohne
Erfolg geblieben. Zweimal haben wir uns gemeinsam mit dem Kreuzberger
Bezirks-bürgermeister Dr. Franz Schulz und Vertretern von Siefos
getroffen, um einen Kompromiss zu finden. Von der Gegenseite haben wir
jedoch keinerlei Entgegenkommen signalisiert bekommen. Erschwerend
hinzu kommt, dass das Stadtplanungs-amt den Bauvorantrag von Siefos
bewilligt hat, ohne die benachbarte Kirchengemeinde überhaupt
anzuhören. Dies ist unseres Erachtens umso weniger
nachvollziehbar, als dass wir fristgerecht unsere Bedenken kundgetan
hatten. Aus unserer Sicht müssten dem Amt allein aus Gründen
des Quartiersmanagements auch die Belange der benachbarten Kita am
Herzen liegen. Auch die Tatsache, dass durch das Bauvorhaben der Nutzen
einer mit vielen öffentlichen Geldern finanzierten
Umbaumaßnahme im Nachhinein drastisch gemindert wird, sollte den
Verantwortlichen zu denken geben.
Wie wird es weitergehen?
Pfarrer Olaf Polossek, der der
Kirchengemeinde schon seit 11 Jahren vorsteht und schon so manchen
Konflikt durchgestanden hat, setzt auch in diesem Fall wieder auf
bewährte Kräfte. Mit anwaltlicher Unterstützung werden
wir Widerspruch gegen die Baugenehmigung einlegen. Nachdem wir unsere
Sorgen einigen Kreuzberger Bezirkspolitikern mitgeteilt haben, soll der
geplante Neubau zudem in der nächsten Sitzung des
Planungsausschusses Anfang 2012 diskutiert werden. Zusätzlich
wollen wir mit verschiedenen Aktionen die Öffentlichkeit auf unser
Problem aufmerksam machen – und freuen uns daher über Ihre
Unterstützung: Jeder einzelne Sonnenstrahl von Ihnen,
idealer-weise kombiniert mit einem Eintrag auf unserer Facebookseite
erhöht unser Gewicht gegenüber Politik und Siefos-Betreibern.
Fröhliche, gesunde Kinder, die auch noch in 5 und 10 Jahren in
unserem Kitagarten im warmen Sand spielen dürfen, werden es Ihnen
danken!
Wie sieht der geplante Bau aus?

Wie fällt der Schatten beim geplanten Bau?

FAQs: Frequently Asked Questions und Historie
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Historie:
Die Berliner Woche hat einen Artikel veröffentlicht: „Berliner Woche, Ausgabe Kreuzberg, 18.01.2012“
Am 12.01.2012
fand ein Planungsausschuß statt. Anbei unsere Präsentation.
Alle waren betroffen, dass es soweit kommen konnte. Aber leider kann
anscheinend niemand helfen. Kann das den sein?
Hier das Dokument, welches den chronologischen Ablauf der Baubewilligung dokumentiert:
Was bisher geschah ....pdf.